8 REISETIPPS FÜR NICARAGUA

1. Beste Reisezeit

In der Trockenzeit zwischen November und April ist das Klima in Nicaragua am angenehmsten. Aber Achtung: gleichzeitig ist das auch die Hauptreisezeit, da ist alles ein wenig teurer und es sind einige Menschen mehr unterwegs als im restlichen Jahr. Die Weihnachts- und Osterwoche (Semana Santa) ist absolute Hochsaison. In dieser Zeit sind vor allem viele Einheimische aber auch Touristen an den Stränden unterwegs – daher unbedingt vorreserieren. Als ich im November dort war, waren die Temperaturen um die 30°C und es regnete nur hin und wieder mal. Da im November die Hauptsaison erst langsam beginnt und daher noch nicht sehr viel los ist, kann ich diese Zeit wärmstens empfehlen.

2. Einreise

Mit einem deutschen Pass ist die Einreise nach Nicaragua ein Kinderspiel. Bei Einreise bekommt man einen Stempel in den Pass, zahlt 10US$ und darf 90 Tage im Land bleiben. Am besten organisiert ihr euch also bereits in Deutschland ein paar Dollar bei der Bank. Am Flughafen gibt es keine Möglichkeit Geld zu holen bevor man durch die Passkontrolle geht.

Der Flughafen in Managua, wo die meisten Reisenden ankommen, ist nicht sehr groß, liegt aber in einer dunklen Ecke am Rande der Stadt, weshalb ich euch nicht empfehle nachts das Gelände zu verlassen um nach einem Taxi zu suchen. Auch wenn die Taxis dort horrende Preise für eine Fahrt in die Stadt (20$) verlangen, eure Sicherheit geht vor. Bei Tag sieht das ganze anders aus, lauft ein wenig vom Flughafen weg und mit etwas Glück könnt ihr euch ein günstiges Taxi schnappen (für etwa 100Cordoba pro Person).

3. Geld und Kosten

Wie in allen Ländern kann man auch in Nicaragua viel Geld ausgeben, muss man aber nicht. Wer in Hostels wohnt und an Straßenständen isst und nicht jede Tour mitmachen möchte kann auch gut mit einem Budget von 30€ pro Tag auskommen. Am meisten ins Geld gehen wohl die Touren, denn zu vielen Sehenswürdigkeiten kommt man nicht so ohne weiteres oder nur mit erheblichem Zeitaufwand, daher würde ich, wenn möglich etwas mehr Geld einplanen.

Geldautomaten gibt es fast überall und ihr könnt zwischen Dollar und Cordoba wählen, die meisten Automaten zahlen beide Währungen aus. Achtet natürlich auch hier darauf, nicht den Automaten in der dunkelsten Ecke der Stadt zu wählen. Oftmals werden die Automaten aber eh von einem Sicherheitsmann bewacht.
Wie in sehr vielen anderen Ländern auch fällt auch in Nicaragua eine Automatengebühr (Achtung, das ist nicht gleich Auslandsgebühr) von 4$ bis 6$ pro Abhebung an.
Obacht: auf Little Corn Island gibt es KEINEN Bankautomaten, zwar kann man sich, wenn man mit Kreditkarte zahlt, in manchen Restaurants Bargeld auszahlen lassen, das ist aber mit enormen Kosten verbunden. Daher: Holt euch genug Geld bevor ihr rüber fahrt. Auf Big Corn Island gibt es einen einzigen Geldautomaten in der Nähe des Flughafens.

Euro in Dollar zu tauschen ist nicht ganz so einfach, daher empfehle ich euch auf jeden Fall bereits zu Hause in Deutschland ein paar Dollar bei der Bank zu bestellen. Nötig ist das für die Einreisegebühr und ihr spart euch damit ein wenig Automatengebühr.

4. Sicherheit

Taxis 

Am besten und vor allem um sicher zu gehen lasst euch immer vom Hotel ein Taxi bestellen und winkt euch keines auf der Straße heran. Sollte das mal nötig sein nehmt einen Fahrer der eine Weste oder Jacke eines Taxiunternehmens trägt. Taxifahren generell ist in Nicaragua aber recht sicher.

Wertsachen

Nach Einbruch der Dunkelheit empfiehlt es sich nicht sich alleine außerhalb eines Hostels aufzuhalten. Vor allem zu dieser Tageszeit solltet ihr auch vermeiden euer Handy sichtbar herum zu tragen. Zur Navigation empfielt sich eine Straßenkarte aus Papier. Es ist schon sehr oft vorgekommen, dass angetrunkene Partygäste auf dem Heimweg überfallen wurden, daher nehmt euch lieber ein Taxi oder  die manchmal von euren Hostels angebotenen Partyshuttles in Anspruch.

Hostels

Wie immer auf Reisen sollte man in Dorms besonders vorsichtig sein. Schon oft habe ich erlebt, dass Reisende von anderen Reisenden bestohlen wurden. Das ist sehr schade und macht mich unglaublich traurig. Deshalb: Geht auf Nummer Sicher und schließt euren Kram in die dafür vorgesehenen Schließfächer. Tipp: Packt ein Vorhängeschloss ein, denn nicht immer sind Schlösser vorhanden.
Sonst sind die Hostels sehr sicher, meist gibt es Nachtwächter, sodass auch ja niemand unbefugt das Haus betreten kann.

5. Verkehrsmittel

Chickenbus

Das spannendste und angenehmste Transportmittel, das ich bisher so kennen gelernt habe (das gilt für alle Länder, in denen ich bisher war) sind diese alten amerikanischen Schulbusse, die, meist vollgestopft bis obenhin über kurze und lange Strengen quer durchs Land fahren. Wenn man denkt, jetzt ist der Bus aber echt voll, kommen noch Verkäufer und quetschen sich an den im Gang stehenden Menschen vorbei um Essen, Getränke und auch Elektronikartikel, Spielzeug, Medizin, usw. zu verkaufen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Bussen, die Ordinarios, die wirklich überhall halten und die Expresos, für die man oft am Busbahnhof bereits Tickets mit Platznummern kaufen kann und die nicht überall halten und euch somit schneller ans Ziel bringen.
In Managua solltet ihr im Bus besonders auf eure Wertsachen aufpassen, hier sind die Diebe besonders gerissen.

Microbus

Besonders die Strecken zwischen größeren Städten können auch im Microbus zurückgelegt werden. Diese Minivans sind oft nur unwesentlich teurer als die Chickenbusse und halten auf der Strecke normalerweise nicht an. Aber auch diese Busse werden vollgepackt bis obenhin und so kann es gut passieren, dass ihr euer Gepäck auf den Schoß nehmen müsst.

Shuttle

Shuttles sind wohl extra für Touristen eingerichtete Minibuslinien, die ihr bei den verschiedenen Reiseveranstaltern buchen könnt. Achtung: In Hostels sind die Preise meist noch viel höher als sie eh schon sind. Für lange Strecken lohnt sich ein solcher Minibus definitiv, da ihr einfach schneller unterwegs seid. Der Erlebnisfaktor ist gleich null wohingegen der Comfort in einem klimatisierten Minibus natürlich unschlagbar ist. Ich persönlich habe diese Art von Transport nur einmal gewählt, nämlich auf der Strecke von Leon nach San Juan del Sur (30$ pro Person, gebucht mit TripNic).

Taxi

In Managua unbedingt vorsichtig sein, im Rest des Landes ist es allerdings recht sicher. Taxifahren wird in Nicaragua meist pro Person berechnet, es kann also auch gut sein, dass der Taxifahrer unterwegs noch jemanden dazu steigen lässt. Ich habe gemischte Erfahrungen mit der Freundlichkeit der Taxifahrer gemacht aber im Großen und Ganzen ist Taxifahren wirklich angenehm und auch günstig.

Fahrradtaxi

Für kurze Fahrten ein optimales Transportmittel. Auch hier wird der Preis nach Personen berechnet. Ich musste den netten Herren unbedingt Trinkgeld geben, denn sie haben alle meinen höchsten Respekt dafür, bei dieser Hitze Menschen mit Muskelkraft von A nach B zu befördern.

Fliegen

Die inländische Fluggesellschaft La Costena bietet günstige Flüge durchs Land an. Vor allem um an die Pazifikküste zu gelangen ist das die bequemste und vor allem schnellste Art. Am besten ruft ihr die Hotline an um Flüge zu buchen, denn dann wirds meist billiger und selbst wenn online keine Plätze mehr verfügbar sind, können die Mitarbeiter doch noch den ein oder anderen Platz herzaubern.

6. Kommunikation

Komplett ohne Spanisch ist es zwar schwer durch Nicaragua zu reisen aber absolut nicht unmöglich. Mein Reisepartner und ich sprechen beide kein Spanisch und sind auch so von A nach B gekommen und konnten auch auf dem Markt ein wenig handeln. Beim nächsten Mal mache ich aber vorher auf jeden Fall einen Spanish-Crashkurs. Die Zahlen zu können ist definitiv von Vorteil. Allerdings haben die Nicas kein Problem damit sich mit euch auch mit Händen und Füßen zu unterhalten, auch wenn ihnen noch ein wenig Übung fehlt. Also nur keine Scheu.

7. Unterkünfte

Hostels über Hostels. Das beste Hostel der Stadt zu finden ist mir ja immer ein großes Anliegen, weshalb ich vor jeder neuen Stadt und teils auch schon vor meinen Reisen das Internet nach Tipps durchforste. In meinem Beitrag Nicaragua,…unica original! findet ihr für jede Stadt, in der ich war, einen oder mehrere Tipps. Achja und nehmt unbedingt einen Adapter für die Steckdosen mit, es wäre doch sehr schade, wenn ihr euren Kameraakku nicht laden könntet.

8. Typisches Essen

Leckerleckerlecker. Das typische Essen in Nicaragua besteht aus Gallo Pinto und einer Fleisch- oder manchmal auch Fischbeilage dazu. Gallo Pinto ist Reis mit roten Bohnen. Manchmal wird er mit Zwiebeln und Paprika angebraten, manchmal nicht mal groß gewürzt. Daneben liegt dann meist ein Stück gebratenes Hühnerfleisch o.ä. und ein Klecks Krautsalat.  Auch zum Frühstück wird Gallo Pinto gerne serviert, dann aber mit Rührei oder Spiegelei. Ein sehr leckeres, günstiges und vor allem satt machendes Essen.
Es gibt aber natürlich auch zahlreiche Mexikanische Restaurants und in Gegenden mit mehr Touristen findet man auch mal eine Pizzeria oder ähnliches.

Meine Empfehlung: Haltet Ausschau nach kleinen Comedores, das sind einfache Restaurants, in denen euch das Essen oft in den Privaträumen der Betreiber serviert wird. Meist gibt es dort nur ein oder zwei Gerichte, meist mit Gallo Pinto. Die Preise sind günstig, das Essen lecker und man lernt gleich auch noch ein paar Einheimische kennen.

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