BABMBERG – DAS WELTKULTURERBE IN OBERFRANKEN

Bamberg ist eine meiner Lieblingsstädte in Deutschland und da man nicht immer in die Ferne reisen kann – warum nicht mal einen Ausflug innerhalb Deutschlands machen?
Ich selber habe für zwei Jahren in Bamberg gelebt und nebenher dort an der Uni meinen Master gemacht. Auch wenn es vielleicht andersrum sein sollte, stand in diesen zwei Jahren nicht mein Studium, sondern immer die Stadt und ihr wahnsinnig tolles Flair im Mittelpunkt.

Anreise

Zug: Bamberg ist ans ICE-Netz angeschlossen und daher recht leicht mit dem Zug zu erreichen.

Flugzeug: Der nächste Flughafen ist in Nürnberg. Neben Air Berlin, Lufthansa und TUIfly wird der Flughafen auch von Turkish Airlines, Swiss, Airfrance, KLM, vueling, Eurowings, sunexpress, Ryanair, wissair, Corendon Airlines, Germania und Brussels Airlines angeflogen. Von Nürnberg aus fahren Regionalbahnen nach Bamberg.

Auto: Da Bamberg am Autobahnkreuz der Autobahnen 70 und 73 liegt, ist die Anreise per Auto sehr bequem. Ich bevorzuge Mitfahrgelegenheiten, schon allein wegen dem CO2 Rucksack und so – blablacar ist meine bevorzugte Suchseite.

Unterkunft

In der Stadt gibt es aufgrund des zeitweise sehr hohen Tourismusaufkommens sehr viele Hotels, die zum großen Teil auch wirklich saftige Preise verlangen. Mit ein wenig Glück findet man aber auch etwas für den kleineren Geldbeutel.

Da ich ja aber immer nach dem Low-Budget-Prinzip reise, möchte ich euch an dieser Stelle ein Hostel vorstellen, das im ersten halben Jahr meiner Zeit in Bamberg mein “Nachbar” war:

Backpackers Bamberg: Bereits ab 17 €  p.P. bekommt ihr hier ein  bequemes Bett in einem der wirklich schön gestalteten Zimmer. Solltet ihr ein privates Zimmer bevorzugen, stehen euch Einzelzimmer (29€) und Doppelzimmer (22€ p.P.) zur Verfügung. Toiletten und Duschen sind, wie in den meisten Hostels üblich, auf dem Flur zu finden. Das Hostel verfügt über eine große Küche mit Aufenthaltsraum, in dem ihr neben allen Utensilien, die ihr zum Kochen braucht zum Beispiel auch ein Büchertauschregal findet. Solltet ihr also nach einem langen Tag und den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt eine kleine Auszeit brauchen – hier findet ihr sie. An sonnigen Tagen lädt außerdem die große Terrasse zum verweilen ein, auf der übrigens neben diversen Obstbäumen auch Johannisbeeren und Tomaten angebaut werden. Solltet ihr Fragen zur Stadt oder sonstige Tipps oder Hilfe benötigen, helfen euch Lilly, die junge Hostelbesitzerin oder Pano, Lillys rechte Hand, sehr gerne weiter.

Sehenswürdigkeiten

In Bamberg gibt es so viele Sehenswürdigkeiten, dass man ein ganzes Buch darüber schreiben könnte. Die wichtigsten und interessantesten habe ich hier für euch zusammengefasst:

Altstadt: Wie in fast jeder Stadt liegen die meisten Sehenswürdigkeiten auch in Bamberg in der Altstadt. Die Besonderheit der Bamberger Altstadt liegt darin, dass sie den größten historischen Stadtkern Deutschlands bildet, der im Krieg unversehrt geblieben ist. Seit 1993 gilt Bamberg daher als Weltkulturerbestadt. Ein Spaziergang durch den historischen Stadtkern mit seinen verwinkelten Gassen und kleinen Häusern, vorbei an ausgefallenen Läden und süßen Cafés ist ein absolutes Muss wenn man in dieser großartigen Stadt ist.

Bamberger Dom: Der im romanischen Baustil erbaute Bamberger Dom ist einer der deutschen Kaiserdomen. Mit seinen vier Türmen sticht er deutlich aus der Altstadt Bambergs heraus und stellt somit das dominanteste Gebäude des Weltkulturerbes dar.
Doch nicht nur von außen ist der Dom faszinierend, auch von innen hat er einiges zu bieten. Neben dem Bamberger Reiter findet sich dort auch das Grab des einzigen heiliggesprochenen Kaiserpaars des Heiligen Römischen Reichs und außerdem das einzige Papstgrab in Deutschland und auch nördlich der Alpen. Der Eintritt in den Dom ist frei – nur während der Messen ist eine Besichtigung nicht möglich.

 

Alte Hofhaltung: Die alte Hofhaltung ist direkt neben dem Bamberger Dom gelegen. Dieser historische Gebäudekomplex besteht aus ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der bischöflichen Hofhaltung. Heute befindet ich hier das historische Museum der Stadt und die Dombauhütte. Im Sommer finden im Innenhof jedes Jahr Festspiele und einige andere Festivitäten wie z.B. eine Art Schattenspiel statt. Die Besichtigung der Alten Hofhaltung (zumindest von außen) ist ebenso kostenlos möglich.

Neuen Residenz: Ab 1602 hausten hier die Bamberger Fürstbischöfe und lösten damit die Alte Hofhaltung auf der anderen Seite des Platzes ab. Heute befindet sich hier die Staatsbibliothek und die Staatsgalerie Bambergs.

Rosengarten: Gegenüber von Dom und Alter Hofhaltung befindet sich hinter der Neuen Residenz der Rosengarten. Vor allem im Sommer ist der Rosengarten einen Besuch wert, denn es duftet an allen Ecken und Enden und der Anblick des Blütenmeers mit der Michaelskirche im Hintergrund ist wirklich faszinierend.

Michaelsberg, Michaelskirche und Kloster: Vom Rosengarten aus hat man einen wundervollen Blick auf den Michaelsberg mit seinem Kloster und der Michaelskirche. Auch wenn der etwas steilere Weg nach oben zunächst abschreckt – es lohnt sich. Man hat einen wirklich tollen Blick über die Stadt.

Altes Rathaus: Man glaubt es kaum – ein Rathaus mitten im Fluss. Die Geschichte die dahinter steckt ist mehr als faszinierend. Der damalige Bischof von Bamberg wollte seinen Bürgern keinen Grund und Boden zur Errichtung eines Rathauses zur Verfügung stellen. Also bauten diese findigen Burschen ihr Rathaus einfach mitten in die Regnitz. Mittlerweile laufen an diesem wunderschönen alten Gebäude, das definitiv einen Besuch wert ist, zwei Brücken vorbei – die obere und die untere Brücke. Von der oberen Brücke gelangt man in das Gebäude, die untere Brücke wird vor allem von Studenten für allabendliche sit-ins genutzt. Läuft man von der Altstadt aus über die obere Brücke, gelangt man in eine Straße mit zahlreichen Eiscafés, die teils sehr ausgefallene Sorten wie z.B. Spargeleis verkaufen.

Klein Venedig: Von der unteren Brücke aus hat man einen wundervollen Blick auf Klein Venedig, die ehemalige Fischereisiedlung der Bamberger Inselstadt. Direkt auf Wasserhöhe beginnen die kleinen Gärten der dicht aneinander gebauten Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter. Mit den Ausflugsschiffen, die nebenan “am Kranen” abfahren, fährt man direkt daran vorbei.

Brauereien: 9 Brauereien gibt es derzeit in Bamberg: Mahr’s Bräu, Spezial, Fässla, Schlenkerla, Keesmann, Kaiserdom, Klosterbräu, Ambräusianum und Greifenklau. Alle 9 Brauereien brauen hervorragendes Bier.
Herausstechend und  wohl auch am bekanntesten ist die Brauerei Schlenkerla mit seinem Rauchbier, das ein wenig so schmeckt als würde man gleichzeitig ein Bier trinken und in einen Schinken beißen. Vor allem am Wochenende versammeln sich in der schmalen Gasse vor der Brauerei zahlreiche Touristen, sodass kaum noch ein Durchkommen ist. Probieren solltet ihr das Bier auf jeden Fall, ich sag euch aber gleich: Es ist definitiv Geschmacksache.
Für ein leichteres Rauchbier ist die Brauerei Spezial zu empfehlen. Im Sommer lädt der Spezi-Keller auf dem Stephansberg zu einem fantastischen Blick über die Stadt und einem kühlen Bier ein. Auch das Spezial-Radler schmeckt sehr lecker, wenn man den leicht rauchigen Geschmack mag.
Meine absolute Lieblingsbrauerei ist das Mahr’s Bräu. Auch wenn sie nicht direkt in der Innenstadt liegt ist sie jeden Fußweg wert, der Biergarten ist herrlich und das Essen auch sehr gut. Hier bestellt ihr am besten “aU” und lasst euch einfach überraschen.

Hain: Der Bamberger Hain mit seinem Hainbad gleicht einem Wald mitten in der Stadt. Zahlreiche Jogger tummeln sich hier, aber auch zum Spazierengehen und Entspannen ist der Park hervorragend geeignet. Im Sommer lädt das Hainbad zum Baden und Verweilen ein. Für einen einzigen Euro Eintritt kann man den Steg, das Babybecken, Duschen, Toiletten und den Kiosk nutzen.

Altenburg: Die Mittelalterliche Höhenburg im Westen der Stadt bietet einen tollen Blick über Bamberg und ist definitiv einen Besuch wert, auch wenn man sich ein wenig sportlich betätigen muss um sie zu erreichen.

GärtnerstadtDu willst unbedingt mal Bamberger Hörnla kaufen oder hast einfach Lust durch die zahlreichen Gärtnereien zu schlendern – dann kommst du um einen Besuch in der Gärtnerstadt, auch Theuerstadt genannt, nicht herum.

Erba-Insel: 2012 fand hier die Landesgartenschau statt, heute entwickelt sich ein wunderschöner Park, umrahmt von zwei Flussarmen der Regnitz. Fünf Spielplätze bieten jede Menge Platz zum Toben. Von der Innenstadt aus kann man für etwa 2km gemütlich am Fluss entlang laufen um in den seit 2013 wieder zugänglichen Park zu gelangen. Zum Gelände gehört außerdem die alte Baumwollspinnerei aus dem 19.Jhdt., das rote Backsteingebäude beherbergt heute Studierende, aber auch einige andere kleinere Gebäude sind noch erhalten.

Must do

Baden im Hainbad: Ein Ausflug im Sommer ist sowieso viel spannender als im Winter – also ab ins Hainbad und vom anstrengenden Stadtbummel erholen.

Feiern in der Sandstraße und Co: Folgende Bars und Clubs befinden sich in der Bamberger Sandstraße:

  • Live Club: Montags findet hier der sogenannte Schwof statt – Musik  querbeet aber alles tanzbar. Davor gibt es live-Musik. An fast allen anderen Tagen gibt es ein bunt gemischtes Programm
  • Mulligans: Ein irish Pub, der wohl ein Relikt der Zeit der amerikanischen Kaserne darstellt. Ein Besuch ist er allemal wert, wenn auch nur um einen Butterscotch zu trinken.
  • Sodabar: Eine sehr moderne Bar, die auf den ersten Blick absolut nicht in die rustikale Sandstraße passt. Wer seine Ohren von elektronischen Klängen verwöhnen lassen und dabei einen Gin-Tonic zu sich nehmen will, kommt hier auf jeden Fall auf seine kosten.
  • Stilbruch: Sonntag abends wird Tatort gezeigt, hin und wieder wird auch gemeinsam gekocht. Eine nette Bar in familiärer Atmosphäre und nettem Hinterhöfchen.
  • Fruchtbar: Diese Bar habe ich aufgrund ihrer unangenehmen Türsteher eher gemieden, weshalb ich nicht so sehr viel dazu sagen kann. Von außen sieht sie eher etwas versnobt aus, aber wer im Miniröckchen feiern gehen will ist hier sicher richtig.
  • Ahörnla: Der leckere Fruchtzwerg -“Schnaps” allein ist einen Besuch wert. Das selbstgebraute Bier meiner Meinung nach eher weniger. Dafür rettet der Straßenverkauf zu später Stunde so manch einem Betrunkenen den Abend. Vor allem das Krustenbratenbrötla ist sehr zu empfehlen.
  • Weinstube Pizzini: In der Sandstraße mein absoluter Favorit. Eine urige kleine Bar mit echt fränkischem Charme. Der kleine Innenhof ist auch für Raucher ein absolutes Schmankerl. Absolut zu empfehlen!!
  • Freiraum: Zwar nicht in der Sandtraße sondern etwas entfernt in der Kapuzinerstraße gelegen, ist der Freiraum meine absolute Lieblingsbar in Bamberg. Hier kannst zu bei selbstgemachter Ingerlimo und zahlreichen leckeren Cocktails und Bieren eine Runde Mario-Kart an der Nintendo spielen, den Innenhof genießen, dir mit Gesellschaftsspielen die Zeit vertreiben, einfach nur auf dem Sofa lümmeln oder dir einen der zahlreichen Auftritte grandioser Musiker zu Gemüte führen. Diese Bar hätte ich gerne mitgenommen, als ich weg gezogen bin.

Rauchbier trinken: Obs jetzt a Schlenkerla oder a Spezi ist, vollkommen egal, ein Rauchbier zu trinken ist ein Muss bei einem Besuch der Bierstadt.

Spezi-Keller: Mittagessen auf dem Spezial-Keller mit Blick über die Stadt. Hier gibt es das beste Schäuferla der ganzen Stadt.

Essen

Fischerei:  Vor allem die Schnitzel sind in der Weinwirtschaft Fischerei eine absolute Spezialität, aber auch alle anderen Leckereien auf der Karte sind sehr zu empfehlen und werden frisch zubereitet. Dazu gibt es jede Menge leckeren Wein.

Spezikeller: siehe Brauereien

Kachelofen:  Hier gibt’s nach dem Spezi-Keller das zweitleckerste Schäuferla der Stadt. Die zentrale Lage in der Sandstraße macht das Restaurant vor allem für Fußkranke interessant. Das Personal ist freundlich und das Essen echt fränkisch.

Noch ein paar Eindrücke:

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